Die Qual der Wahl

Wie arbeitet die SDL-Jury?

In diesen Tagen sitzen in jedem Bundesland der Republik Juryteams zusammen und sichten Bewerbungsvideos, diskutieren und entscheiden.

Diese Tätigkeit machen die Theaterlehrer*innen ehrenamtlich. Wenn es wie in Hessen dieses Jahr acht Bewerbungen gibt, verbringt das Jury-Team viele Stunden mit der Auswahl. Die Bewerbungsregeln sehen vor, dass die Gruppen sich mit einem vollständigen Inszenierungsmitschnitt bewerben.

Die Länder haben unterschiedliche Formen der Auswahlgestaltung: Hamburg hat ein Sichtungsfestival „Schule macht Theater“ organisiert, bei dem alle Bewerber auftreten. Das können andere Länder aufgrund ihrer geographischen Weitläufigkeit nicht realisieren. Hessen zum Beispiel hat deshalb das System entwickelt, dass ein bis zwei Coaches gezielt die Präsentation einer Bewerbung vorbereiten. Sie suchen im Vorfeld Schlüsselszenen aus den Videos aus und machen die Gesamtjury auf formale und inhaltliche Aspekte aufmerksam.

Jede Landesjury sucht in dieser ersten Stufe bis zu drei Bewerbungen aus, die dann an die Bundesjury weitergeleitet werden. Dort wird in einem zweiten Schritt vom 17.-19. Mai entschieden, welche Gruppe aus welchem Bundesland final eingeladen wird.

Die Entscheidung orientiert sich besonders auch an der Umsetzung des Themas. Das gewährleistet beim Festival selbst einen roten Faden und die Möglichkeit der Fragestellung: Wie geht diese Gruppe mit Raum.Bühne um? Parallelen und Verknüpfungen werden sichtbar und laden alle Teilnehmer*innen zur theaterästhetischen und inhaltlichen Auseinandersetzung ein. Das ist das Ziel des Festivals, das bereits durch die Jurytätigkeit und die Auswahldiskussionen eingeleitet wird.

Ein komplexes System mit maximaler Wirkung, wenn am Ende 16 Theatergruppen in Halle auf der Bühne stehen und sagen können: Wir sind AUSGEWÄHLT!