Die Fachtagung des Schultheaters der Länder

Die Fachtagung des SDL, Foto: Ulrike Mönch-Heinz
Bild vonTilmann Ziemke

Tilmann Ziemke

Die Fachtagung ist von Anbeginn an das Herzstück des Schultheaters der Länder. Das bundesweite Festival hatte sich seit dem ersten Treffen 1985 in Hamburg auf die Fahnen geschrieben, das Theaterspiel in der Schule zu fördern, und dazu waren Standortbestimmung und Reflexion dringend erforderlich. Als Unterrichtsfach gab es das Darstellende Spiel vereinzelt in wenigen Bundesländern, aber eine Ausbildung dazu fand weitgehend über Fort- und Weiterbildungen statt. Und so kam der Fachtagung auf dem SDL die wichtige Aufgabe zu, den Fachdiskurs zu stärken und wesentliche Fachinhalte und methodisch-didaktische Fragen zu thematisieren.

Auch heute noch ist dieser Fachdiskurs unverzichtbar, weil es nur wenige Studiengänge in der Bundesrepublik gibt, in denen Lehrkräfte für den Theater-Unterricht ausgebildet werden. Die Fachtagung ist in den Bundesländern als Fortbildungsveranstaltung anerkannt.

Verknüpft mit der Fachtagung ist der thematische Schwerpunkt des Festivals, der jedes Jahr neu gesetzt wird. Solch ein Schwerpunkt kann sich mit formalen, handwerklichen Aspekten befassen – z.B. „Raum.Bühne“ – oder mit inhaltlichen Aspekten – z.B. „Theater und Politik“. Dieser thematische Schwerpunkt ist zwei Jahre vor dem Festival bekannt, sodass die Fachtagung gründlich vorbereitet werden kann und Schultheatergruppen, die sich bewerben wollen, gezielt zu dem Thema arbeiten können.

Da häufig kolportiert wird, dass die Fachtagung nur an einem Tag, dem sogenannten Fachtag, stattfindet, seien hier die einzelnen Elemente noch einmal aufgeführt:

  • Fachtag (meist am Montag, dem zweiten Tag): vormittags zwei bis drei Impulsworkshops von Theaterwissenschaftlern und -praktikern zum thematischen Schwerpunkt des Festivals; nachmittags Workshops zum Thema, geleitet von Theaterpädagogen;
  • die Fachforen (laufen die ganze Woche über anderthalbstündig am frühen Nachmittag): In vier parallel laufenden Foren werden die Aufführungen reflektiert. Schwerpunkt der Foren ist der Austausch über die konkreten ästhetischen Erfahrungen der Zuschauer bei den Aufführungen. Die Fachforen dienen dem fachlichen Diskurs zum Festivalthema. Geleitet werden sie von zwei Moderator*innen, begleitet von vier externen Fachleuten (den sogenannten Essayisten) aus dem universitären oder professionellen Theater-Kontext. Die Expertise dieser Fachleute und ihr Blick von außen sollen die Diskussionen auf dem Festival anregen und nach dem Festival in Form eines Essays in der Publikation FOKUS SCHULTHEATER (s.u.) in den Fachdiskurs einfließen;
  • private Fachgespräche, die sich häufig nach Aufführungen spontan ergeben und in diversen Festivalpausen vertieft werden;
  • die ZAT (Zentrale Arbeitstagung, die in der Regel in der dritten Novemberwoche in Kassel stattfindet): Nicht zwangsläufig, aber zuletzt und in Zukunft häufiger befasst sich die ZAT vertiefend mit dem SDL-Thema;
  • der FOKUS SCHULTHEATER, der im Juli erscheint und das Thema des SDL fachwissenschaftlich, essayistisch und analytisch aufarbeitet. Dazu gibt es didaktisch-methodische Modelle, mit denen fünf Spielleiter*innen Einblicke in ihre Arbeit geben.

Die Fachtagungsteilnehmer*innen äußern sich am Ende häufig derart: „Tolles Festival! Habe viel gelernt, viele Anregungen für meine eigene Theaterarbeit mitgenommen und viele interessante Leute kennen gelernt. Fahre müde, aber glücklich nach Hause. DANKE!!!“ Deshalb: Anmeldung zur Fachtagung in Halle über www.sdl2019.de! Es empfiehlt sich eine frühzeitige Anmeldung. In diesem Jahr gibt es einen interessanten Vortrag von Birgit Wiens zur zeitgenössischen Szenografie im Theater und einen Vortrag von Theaterlehrern zu einem ortsspezifischen Schülerprojekt. Außerdem insgesamt acht spannende Workshops.

Schultheatertage: Theaterzauber und belegte Brötchen

Andrea Fischer

09.Juli 2019

Mit den Instagram-Models von Kiel nach Zürich

Charlotte Böttcher

23.Juli 2019