Wenn wir nichts tun, werden wir nichts sein

Die Gruppe des Goethe-Gymnasiums Düsseldorf (NRW) auf der Bühne, Foto: Annika von Busekist

Im Vorfeld des Festivals durfte ich mit der Gruppe des Goethe-Gymnasiums in Düsseldorf sprechen, die das Land Nordrhein-Westfalen auf dem SDL vertritt. Sie haben einen kreativen Weg gefunden, das “Nichts” auf der Bühne darzustellen: Es wird u.a. durch die fast leere Bühne und transparente Kisten symbolisiert, die immer wieder auf verschiedene Art Verwendung finden.
Mit ihnen sprach ich über die Besonderheiten des Stücks “Wenn wir nichts tun, werden wir nichts sein” und ihre bisherigen Aufführungen.

Die Idee mit den Kisten, dem "Nichts" und dem Filmen auf der Bühne klingt sehr spannend, aber erst einmal auch sehr ungewöhnlich. Wie schwierig fandet ihr es am Anfang, euch vorzustellen, wie das Ganze am Ende aussehen soll?

SchülerIn 1: So schwer, wie manche denken, ist es mir gar nicht gefallen. Da wir uns das Stück selbst ausgedacht haben, hatten wir von Anfang an ein ungefähres Bild im Kopf.

SchülerIn 2: Mir ist es gar nicht schwer gefallen, weil die Idee ja von uns kam und ich mich schon vorher damit beschäftigt habe.

SchülerIn 3: Mir persönlich fiel es am Anfang etwas schwer mir vorzustellen, dass mit Kisten so ein Stück entsteht. Aber je mehr wir mit den Kisten gemacht haben und je mehr wir darüber hinaus entwickelt haben, desto mehr konnte ich mir das Ganze vorstellen.

SchülerIn 4: Dass das Thema das „Nichts“ sein sollte, konnte ich mir erst gar nicht vorstellen. Aber nach und nach konnte ich es mir immer besser vorstellen. Die Ideen mit den Kisten und dem Filmen konnte ich mir leicht vorstellen, weil es ja unsere Ideen waren.

So hat die Gruppe aus Düsseldorf (NRW) auf ihre Auswahl für das SDL 2019 reagiert.

Wie habt ihr reagiert, als ihr erfahren habt, dass ihr für das SDL 2019 ausgewählt wurdet? Foto: Annika von Busekist

Wie kam das Stück beim Publikum an, als ihr es zum ersten Mal gespielt habt? Haben die Leute es auf Anhieb verstanden oder waren sie am Ende eher verwirrt?

SchülerIn 1: Es hatte nicht den Anschein, dass die Leute verwirrt waren. Sie haben eher gefragt, wie wir auf das Thema gekommen sind.

SchülerIn 2: Als erstes waren die Leute beeindruckt, dass wir uns über das Nichts Gedanken gemacht haben und es in so vielen verschiedenen Situationen wiedergegeben haben. Ich glaube, dass das Stück sehr zum Nachdenken verführt hat und man es erst richtig versteht, wenn man es das zweite Mal sieht.

SchülerIn 3: Ich glaube, dass das Stück den meisten gefallen hat, aber wahrscheinlich jeder mit einer oder mehreren Fragen gegangen ist, was ja aber auch das Ziel unseres Stückes war.

SchülerIn 4: Nach dem Stück kamen zwar ein paar Nachfragen, doch grundsätzlich hat das Publikum verstanden, worum es ging.

So fühlen sich die SchülerInnen aus Düsseldorf (NRW) auf der Bühne.

Wie fühlt ihr euch auf der Bühne? Foto: Annika von Busekist

Welche Botschaft(en) möchtet ihr mit dem Theaterstück an die Menschen richten?

SchülerIn 1: Wir wollten vermitteln, wie viele Dinge es gibt, wo dieses “Nichts” vorkommt. Man sieht es zum Beispiel beim Nichtstun der Erwachsenen beim Klimawandel. Wie viel Hektar vom Regenwald sind darum schon abgebrannt? Aber generell gibt es viele Themen, die mit dem Nichts zu tun haben. All die Fragen, die man mit „Nichts“ beantwortet.

SchülerIn 2: Für mich ist es wichtig, dass die Menschen verstehen, dass nichts tun auch in Ordnung ist. „Nichts“ ist etwas ganz Besonderes, über das man sich viel zu wenig Gedanken macht, aber machen sollte. Nichts machen wir in manchen Situationen viel zu viel. Zum Beispiel tun wir nichts gegen den Klimawandel! Und das soll geändert werden.

SchülerIn 3: Wir wollten dem Publikum mit auf den Weg geben, dass das „Nichts“ alles oder nichts sein kann.

Die Gruppe des Goethe-Gymnasiums Düsseldorf (NRW) auf der Bühne, Foto: Annika von Busekist

Wie bereitet ihr euch auf das Festival vor? Foto: Annika von Busekist

SchülerIn 4: Eine der Botschaften, die wir vermitteln wollten, ist, dass wir Menschen mehr auf unsere Erde achten sollten, denn wenn nichts gemacht wird, dann gibt es später auch nichts mehr. Noch eine Frage, die wir uns und dem Publikum stellen: Was genau ist das Nichts? Wenn wir nichts sagen, sagen wir dann etwas? Wir wollten die Menschen zum Nachdenken bringen und dazu, mehr darauf zu achten, wie wir mit der Welt umgehen.

SchülerIn 5: Also, die Botschaft, die wir hauptsächlich vermitteln wollten, war: Was das „Nichts“ alles sein kann - Ist es nichts, oder...?

Vielen Dank für eure Antworten und viel Spaß auf dem Festival!

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