Schultheater: Ein Fest!

I AM ALICE, 2013  Urheber: Olaf Mönch
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Andrea Fischer

Eine Schultheaterproduktion wird üblicherweise an ein bis zwei Abenden in der Schule vor Verwandten, ein paar Freunden und eventuell einem interessierten Teil der Schulgemeinde gezeigt. Was es für engagierte Schultheatergruppen bedeutet, ihre Produktionen in größerem Rahmen zu präsentieren, ist hautnah erlebbar, wenn man die kleinen und großen Spieler*innen zu Festivals begleitet: Theater AGs und Kurse für „Darstellendes Spiel/Theater“ erfahren durch die Einladungen zu Theatertreffen eine Aufwertung ihrer Kunst. Ausgestattet mit Bühnentechnik, von der die meisten Schulen nur träumen können, werden hier ihre Arbeiten in ein anderes Licht gerückt. Sie profitieren unmittelbar, gewinnen sowohl Selbstbewusstsein als auch Sicherheit im Aufführen und durch das Zusammentreffen mit anderen Gruppen eine Profession im Zuschauen und Rückmelden. Das ist gelungene kulturelle Bildung.

Welcher Wettbewerb passt zu uns?

In den einzelnen Regionen und Ländern gibt es unterschiedliche Theaterfestivals. Von eintägigen Kurzpräsentationen bis zu mehrtägigen Theaterreisen inkl. Begleitprogramm ist für jede Ressourcenstufe etwas dabei. Die Landesverbände sammeln häufig auf ihren Homepages Informationen über verschiedene Festivals. Andere Quellen sind die Bildungsserver und Newsletter der Kulturberater.

Wie bewerben?

Das Ausfüllen der Bewerbung an sich ist meist keine große Hürde. Ein Video ist schnell gemacht, in manchen Fällen geht das auch per Smartphone. Zunächst sollte ein grundsätzlicher Eindruck des Projekts vermittelt werden. Viele Festivalorganisationen freuen sich über neue Bewerber und schicken engagierte Juror*innen los, die sich live vom Zusammenspiel der Bewerbergruppe beeindrucken lassen. Wie das SDL, so hat z.B. auch das „Hessische Schultheatertreffen“ ein Coaching-Angebot, das die Bewerber im Entwicklungsprozess unterstützt, letztlich bis zur Fertigstellung des Stücks. Von dieser Aufmerksamkeit profitieren die Gruppen, aber auch Lehrkräfte haben die Möglichkeit, neue Perspektiven auf die eigene Arbeit zu gewinnen.

Schon mal über sich hinausgewachsen?

Das Gefühl, ausgewählt zu sein, macht alle Beteiligten ein Stück größer. Mit neuer Energie geht die Produktion in eine Überarbeitungsphase oder in die Endproben – Publikum wird energischer eingeladen und die Presse benachrichtigt. Die Außenwirkung nimmt zu – dabei gewinnt meist auch das Ansehen der Schule.

Guckt mal, was wir spielen!

Bei Theaterfestivals gibt es kein Konkurrenzdenken: Im Schultheater sind alle eingeladenen Gruppen Gewinner. Jetzt geht es darum sich gegenseitig zuzuschauen, etwas zu zeigen und in einen wertschätzenden Austausch zu kommen. Für dieses Rückmeldesystem werden Moderator*innen aus Universität und Schule eingeladen, die auf hohem Niveau das Gelingen dieses sensiblen Prozesses gewährleisten. Es geht um das gemeinsame Lernen und Staunen. Wer von einem Festival wieder nach Hause fährt, darf das mit einem guten Gefühl und neu gewonnenen Erfahrungen tun.

Viele gute Gründe also, sich einmal an die Bewerbung für eines der zahlreichen Theaterfestivals zu wagen: Raus damit!

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