SDL-Coaching: “Ein Außenblick ist meistens hilfreich.”

Szene aus “Im Licht der Schatten”, Foto: Heike Kienle-Weber
Bild vonCharlotte Böttcher

Charlotte Böttcher

Ein SDL-Coaching bietet die Gelegenheit, die eigene Inszenierung noch einmal anders in den Blick zu nehmen, neue Wege zu gehen – und die Freude an der Stückentwicklung zu teilen! Gemeinsam zu staunen und sich begeistern zu lassen von dem, was ein Schüler-Ensemble, die Spielleitung und ein Coach zusammen auf die Beine stellen und auf die Bühne bringen können!

Heike Kienle-Weber ist als Theaterlehrerin am Ellenrieder Gymnasium in Konstanz tätig, wo sie die Theater-AG der Mittel- und Oberstufe leitet. Um am SDL 2019 teilzunehmen, hat sich sich mit ihrem Ensemble für das SDL-Coaching beworben und erhielt Unterstützung durch den SDL-Coach Rob Doornbos.

Die Theater-AG hatte entschieden, dass ihr Stück ein Krimi werden sollte, angesiedelt im Berlin der 20er Jahre. Wie auf der Homepage des Ellenrieder Gymnasiums zu lesen ist, lebt die daraus entstandene Eigenproduktion “Im Licht der Schatten” von “choreographischen Elementen und zwielichtigen Figuren”. Das Stück setzt sich mit elementaren gesellschaftspolitischen Fragen auseinander: “Was motiviert einen Menschen, sich auf die undemokratische Seite der Macht zu stellen? Dafür sogar einen Mord zu begehen? Wie groß ist mein Entscheidungsspielraum, wenn die Gruppe so übermächtig erscheint? Mit diesen und anderen Fragen haben wir uns theatral auseinandergesetzt und nach Antworten gesucht.”

Wir sprachen mit Frau Kienle-Weber über ihre neu gewonnenen Coaching-Erfahrungen.

Interview

Liebe Frau Kienle-Weber, wie viel Zeit verbringen Sie momentan mit Proben?

Wir haben letztes Wochenende 16 Stunden geprobt, unter der Woche jetzt gar nicht mehr, weil es zu wenig gemeinsame Zeitfenster gibt, die sich alle Spieler*innen freiräumen könnten.

Wie lange unterrichten Sie schon Theater? An welcher Schulform und in welchen Klassenstufen?

Seit 13 Jahren, am Gymnasium in allen Klassenstufen.

Warum ist Theater in der Schule so wichtig?

„Es ist eines der machtvollsten Bildungsmittel, das wir haben“ – sagt Hartmut von Hentig.
Davon bin ich überzeugt und erlebe es so seit vielen Jahren.

Wie kamen Sie dazu, sich für das SDL-Coaching zu bewerben?

Ich wusste vom Landesverband davon und finde einen Außenblick immer hilfreich und notwendig bei der Erarbeitung eines Stückes.

Mit was für einem Stück haben Sie sich für das SDL-Coaching beworben?

Unser Stück heißt „Im Licht der Schatten“, das wir von der ersten Idee bis zum Endschliff in der Gruppe gemeinsam entwickelt haben.

Wie viele Schüler*innen sind in Ihrem Stück involviert?

12 Schüler*innen.

Hatten Sie im Vorfeld bereits Erfahrung mit Theaterwettbewerben?

Ja, wir waren schon des Öfteren auf Theaterwettbewerben eingeladen.

Das klingt gut! Bei welchen Wettbewerben waren Sie schon?

Wir waren 2011 beim SDL, 2016 bei den Schultheatertagen in Konstanz und 2017 bei den Schultheatertagen in Tübingen eingeladen.

Sie hatten also bereits einige Erfahrung. Was empfanden Sie an der gemeinsamen Arbeit an Ihrem Stück “Im Licht der Schatten” als besonders hilfreich?

Neue Ideen, mal etwas anderes auszuprobieren. Die Fragen, die uns der Coach gestellt hat, um uns zu strukturieren.

Was haben Sie – als Lehrkraft und persönlich – aus dem Coaching mitgenommen?

Als Lehrkraft: wieder mehr nach den Begründungen zu fragen.
Persönlich: sehr angenehme Unterstützung.

Warum würden Sie das Coaching anderen Lehrer*innen empfehlen?

Ein Außenblick ist meistens hilfreich.

Vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen und Ihrem Ensemble viel Spaß und Erfolg beim SDL 2019!

Danke!

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