Workshops für Jung und Alt

Jan Martensen in seinem Zauber-Workshop, Foto: Mario Arcaini

Die Theaterstücke der Schülergruppen bilden den Kern des SDL 2019. Doch auch abseits der Bühne hat das Festival einiges zu bieten. Zum Rahmenprogramm gehören u.a. Workshops für Fachtagungsteilnehmer*innen und für Schüler*innen. Wir stellen euch zwei der Workshops vor, die wir besuchen durften.

Schüler*innenworkshop: Piffpaffpuff - Spezialeffekte im Schultheater (Jan Martensen)

Jan Martensen führte die Schüler*innen an die Grundeffekte der Zauberkunst heran und erarbeitete gemeinsam mit der Gruppe an vielen Beispielen, wie man diese theatralisch nutzen kann. Ein besonderer Schwerpunkt lag hierbei auf dem funktionalen Einsatz der Effekte, die nicht bloß dekorativ sein sollten.

Die Highlights: ein Schneesturm auf der Bühne, bei dem Papier, Konfetti und auch eine Schneemaschine zum Einsatz kamen.

Foto: Mario Arcaini

Fachtagungsworkshop: Der gestaltete (leere) Raum (Tilmann Ziemke)

Das SDL19 zeigt, der minimalistisch gestaltete Bühnenraum entspricht weiterhin dem Trend im deutschen Schultheater. Der Fachtagungsworkshop “Der gestaltete (leere) Raum” beginnt mit einer theoretischen Einführung, mit der Antwort auf die Frage: “Was ist überhaupt ein gutes Bühnenbild?“. Visuell anschaulich wird es im Anschluss anhand von Beispielen aus dem Profi-, als auch aus dem Schultheater. Kunstnebel, ein schwarzes Quadrat im Fluchtpunkt oder vom Bühnenhimmel fallende Girlanden - die maximale Wirkung minimalistischer Mittel. Die Theaterräume sind fast leer aber sie sind ein Ereignis. Aus einer eigenen Arbeit mit SchülerInnen zeigt Workshopleiter Tilmann Ziemke, wie auch aus günstigem Schaumstoff und richtigem Lichteinsatz eine beeindruckende Kulisse entstehen kann.

Die Spielidee für die Odysee räumlich umgesetzt. Der Kraftraum als Ort des göttlichen Kräftemessens, Foto: David Heinz

Im praktischen Teil des Workshops werden die Teilnehmenden selbst zu BühnenbildnerInnen. Mithilfe von Elementen aus Holz, Textilien, Laub, Kaffee, Schaum- und Kunststoff entstehen in kürzester Zeit kunstvolle, avantgardistische und märchenhafte Bühnenraummodelle. Die Befürchtung der schweren Realisierbarkeit des Modells auf die echte große Bühne verpufft in der Nachbesprechung der einzelnen Arbeiten. Der Kunststoffvorhang beispielsweise im Modell aus Frühstücksbeuteln abstrahiert, wird durch günstige Malerfolie ersetzt. Aus den roten Holzzylindern werden ausrangierten Ölfässer (je etwa 10€). Das allerbeste daran ist außerdem, sie machen einen ganz wunderbaren Lärm.

Für den Workshop konzipierte Tilmann Ziemke drei ineinander steckbare Bühnenraumelemente, Foto: David Heinz

Kurzum es bedarf weder hohe finanzielle als auch zeitlicher Ressourcen um Räume und Atmosphären auf der Bühne zu kreieren und ein Theater der Erfahrung zu schaffen für die Zuschauer, zuallererst aber für die Spielenden.

Spielzeug und Lollies statt Handy

Marie Goss

27.Sept. 2019

Ich-Sein im Anderland

Yung Cult

28.Sept. 2019