SDL 2019 THEMA

THEATER.RAUM

Ein grundlegendes Element des Theaters neben dem Körper, der Stimme und der Zeit ist der Raum. Fand das Theaterspiel bis ins ausgehende 19. Jahrhundert vor allem in einem illusionistisch-illustrierenden Raum statt, so bekennt sich im professionellen Theater der Bühnenraum von heute zu seinem Kunstcharakter. Im 20. Jahrhundert und besonders in der Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat sich die Bühne von der Darstellung jeglicher Illusion durch dekorative Kulissen befreit.

Auch im Schultheater findet sich diese Abwendung von der Illusionsbühne wieder. Noch in den sechziger und siebziger Jahren prägten aufwändig bemalte Kulissen die Schultheaterbühne. Heute wird meist im leeren Raum gespielt, der höchstens mit ein paar zum Spiel notwendigen Versatzstücken ausgestattet ist. Das ist jedoch oft keine bewusst getroffene ästhetische Entscheidung, sondern eher der Not geschuldet: Anders als im professionellen Theater muss das Schultheater mit geringen Mitteln auskommen. Und vielleicht noch wichtiger: Die strukturellen Veränderungen von der Theater-AG zum in den Unterricht eingebetteten Theaterkurs haben dazu geführt, dass kaum Zeit bleibt, sich mit der Gestaltung des Bühnen- und Spielraums ausführlich zu befassen.

Das Schultheater der Länder 2019 will unter dem Thema „Raum.Bühne“ den gestalteten Spielraum trotz beschränkter Zeit- und Mittelressourcen wieder stärker in den Fokus rücken und zeigen, dass eine Beschäftigung mit dem Raum unumgänglich ist, weil er die Inszenierung und das Spiel entscheidend positioniert. Dabei bedarf es nicht zwingend eines allzu großen Aufwands.

Für das Schultheater der Länder 2019 werden deshalb Theaterproduktionen aus allen Schulstufen und Schularten gesucht, die sich mit den vielfältigen Möglichkeiten des Bühnenraums auseinandersetzen, indem …

  • der Raum dem Spiel wichtige Impulse gibt;
  • der Raum die Idee des Stückes widerspiegelt;
  • mit ungewöhnlichen Ausstattungsmaterialien experimentiert wird;
  • Rauminstallationen eine Rolle spielen;
  • der Raum selbst zum zentralen Inhalt wird;
  • der leere Raum zu einem gestalteten leeren Raum wird (z.B. durch eine Bodengestaltung)
  • die vierte Wand der Guckkastenbühne überschritten und der Zuschauerraum als Spielraum einbezogen wird;
  • andere Raumkonzeptionen als die der Guckkastenbühne gewählt werden (z.B. Arenabühne);
  • andere Räume in der Schule als Spielort(e) gewählt werden;
  • durch (Video-)Projektionen und Soundinstallationen neue Raumdimensionen eröffnet werden

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