Workshops für Schüler_innen

Foto: BVTS

Auch die Workshops widmen sich in diesem Jahr unserem Thema Raum.Bühne. Ihr untersucht, gestaltet, durchbrecht und hinterfragt bekannte und unbekannte Räume.

Bitte such dir aus den 20 Workshops drei aus, die dir besonders zusagen. Gib dabei an, was für dich die Erstwahl, die Zweitwahl und die Drittwahl ist und teile dies deiner Spielleitung mit.

Aus jeder Spielgruppe sollen nicht mehr als drei Schüler_innen denselben Workshop wählen. So lernt ihr direkt am ersten Tag gleichgesinnte Theaterbegeisterte kennen und nehmt möglichst viele neue Impulse mit in eure eigenen Gruppen.

Workshop 1 „Bauhaus- Creatures“ mit Kerstin Dathe

Die Bauhaus-Bühne war in den 1920er Jahren ein legendäres Projekt der Theatermoderne. Gegründet von Oskar Schlemmer, erhielt sie in Dessau ihre Manifestation in der Architektur des Bauhausgebäudes, dessen Zentrum sie markiert. Die Bühne wird zum Ort für Experimente mit Körper und Raum. Mit Hilfe von Masken, Kostümen und Body-Extensions lassen wir den Raum zum Hauptdarsteller werden und nutzen ihn als Laboratorium für performative Experimente. Aus vorhandenen Objekten und selbstgebauten Versatzstücken entstehen eure eigenen Bauhaus-Kreaturen. Wir werden den Bühnenraum mit dem Körper erfahren, begreifen und füllen - seine Linien und Ebenen. Als Einzelakteure und in der Gruppe ergründen wir choreografisch den menschlichen Körper und seine Ausdrucksmöglichkeiten im Kontext zum Raum — suchen nach dem Zusammenhang zwischen Mensch und Architektur.

Kerstin Dathe -Schau-/Puppenspielerin, Theaterpädagogin (BUT), Marionettenbauerin und Theatermanagerin

Nach ihrem Schauspielstudium und dem Aufbaustudium im Bereich Marionettenbau/ Puppenspiel arbeitete Kerstin Dathe mehrere Jahre im Ausland. Ab 2005 verschlug es sie wieder nach Deutschland, wo sie in unterschiedlichen Theatern tätig war. Sie absolvierte die Theaterpädagogische-Ausbildung (BUT) und studierte Theatermanagement in München. Neben dem Puppenbau gibt sie ihr Wissen innerhalb Workshops weiter und leitet das freie Theater THEATERLANDSCHAFFT e.V. mit Sitz im Harz. Zudem engagiert sie sich als Vorstandsmitglied von LanZe e.V. auf politischer Ebene für freies Theater in Sachsen-Anhalt.

Workshop 2 "TransitRäume" mit Hjördis Hoffmann

Hotels, Bahnhöfe, Flughäfen, Raststätten, solche Ort nennt man auch Transiträume. Orte, an denen wir uns aufhalten, ohne zu bleiben, Orte die auf den ersten Blick gesichtlos und langweilig wirken. Aber in unserem globalisierten und digitalisiertem Alltag stehen genau die Räume für unsere Zeit und geben uns die Möglichkeit unserer Gesellschaft zu untersuchen. Vielleicht passiert gerade hier etwas, das nirgendwo sonst passiert.

Mit geschärften Sinnen und einem offenen Blick begeben wir uns in die Transiträume und erforschen die Andersartigkeit, die Handlungen und sozialen Interaktionen an diesen Orten mit all unseren Sinnen, um dann erste kurze Inszenierungen für diese Ort zu entwickeln, mit im Gepäck haben wir Anregungen aus der Phänomenologie, der Performancekunst und unser Smartphone.

Hjördis Hoffmann - Architektin und Künstlerin

arbeitet an der Schnittstelle von Kunst, Theater und Architektur mit den Schwerpunkten Partizipation, Performance, Fotografie und Videokunst. Seit 2006 entwickelt sie Projekte, Ausstellungen und performative Interventionen und Inszenierungen. 2010 schloss sie ihr Studium der Architektur und Freien Kunst an der Bauhaus-Universität in Weimar ab. Seit 2013 ist sie selbstständig als freischaffende Künstlerin und freie Mitarbeiterin im Rahmen diverser Ausbildungsprojekte (u.a. Ausstellung 3,2 km2 LEBEN - 50 Jahre Märkisches Viertel sowie Beiträge zur Architekturbiennale in 2012 und 2014). Als Teil des KünstlerInnenkollektivs STADTGESCHICHTEN realisiert sie seit 2013 zahlreiche partizipative Kunstprojekte und Interventionen im öffentlichen Raum.

Workshop 3Sein oder Licht sein - was war nochmal die Frage?“ mit Philipp Hermann

Beim Lichttechnik-Workshop erfahrt ihr alles, was ihr über das Licht im Theater wissen wollt. Neben wichtigen Grundlagen wie Scheinwerfer, Positionen und Steuerung setzen wir uns unter anderem mit der Wirkung von Farben und dem szenischem Einsatz von Lichteffekten auseinander. Natürlich soll bei all der Theorie auch die Praxis nicht zu kurz kommen. Ziel ist es, gemeinsam eine Lichtanlage aufzubauen und ganz viel auszuprobieren.

Philipp Herrmann - Licht- und Tontechniker
ist gelernter Licht- und Tontechniker sowie Zirkuspädagoge. Er arbeitet seit 2016 freiberuflich als Lichttechniker für verschiedene Bands und die freie Theaterszene in Halle. Nebenbei verdient er sein Geld als Gitarrenlehrer und Roadie.

(C) Oliver Röckle

Workshop 4 „Upcycling-Figuren gegen die Plastikkrise“ mit Julia Raab

"Die Plastikkrise bedroht unsere Meere" - In Zeiten von "Fridays for futur"' machen wir uns auch mehr Gedanken über unseren Müll. Was kann ich noch mit einer Dose, einer alten Plastikflasche oder einem Kanister anfangen? Folgen wir dem Material, den Dingen, den Objekten doch mal auf den Grund und entdecken ihr Gesicht. Aus Plastikplanen, alten Tüten, Taschen und Dosen kreieren wir Upcycling-Figuren und erwecken sie im öffentlichen Raum zum Leben.

Julia Raab- Figurenspielerin und Theaterpädagogin

Julia Raab arbeitet als freischaffende Figurenspielerin und Theaterpädagogin. Sie lebt mit ihrer Familie in Halle. 2013 schloss sie ihr Zweitstudium zur Figurenspielerin (B.A.) an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart ab. Mit ihren Produktionen ist sie auf internationalen Theaterfestivals vertreten. Als Theaterpädagogin doziert sie am Bildungsinstitut Mitteldeutschland der Johanniter Akademie Leipzig. 2007 erhielt sie ihren Abschluss als staatlich anerkannte Theaterpädagogin an der Akademie für Darstellende Kunst Ulm. Nach einem Praktikum in der theaterpädagogischen Abteilung des GRIPS Theater Berlin, trat sie 2007 ein zweijähriges Engagement als leitende Theaterpädagogin am Theater Eisleben an.

Workshop 5 „Utopie Schultheaterraum“ mit Hannah Biedermann

Wer hat wem etwas zu sagen? Welche Orte gehören wem? Und welche Regeln gelten an welchem Ort?
Was ist Theater? Wer bestimmt die Geschichten? Wer hört zu?

Wir besetzen öffentlichen Raum, der uns nicht gehört, der uns gefällt, dort wo wir auffallen. Wir laden ein zu einer Schulstunde. Tische und Schulbänke sind aufgebaut. Platz nehmen müssen alle, die denken sie wissen Bescheid. Lehrer*innen, Theaterpädago_nnen, Passantinnen? Eine Stunde. Wer nicht pünktlich ist, verpasst was.
Was unterrichtet wird, bestimmen wir.
Spielen wir Schule? Spielen wir Theater? Spielen wir Demonstration? Drehen wir spielend die Verhältnisse?
Ein Workshop zwischen 
künstlerische Intervention und politischem Theater.

Hannah Biedermann - Regisseurin, Performerin und Mitglied von Pulk Fiktion

Nach ihrem Studium der Szenischen Künste in Hildesheim entwickelte Hannah Biedermann als freie Regisseurin performative und interaktive Formate jenseits klassischer Narrative für Kinder und Jugendliche. Sie setzt sich für das Recht von Kindern auf ihre ganz eigene Kunst ein. Dabei bemüht sie sich um eine zeitgenössische Form und komplexe gesellschaftliche Themen. 2007 gründete sie ihre Theatergruppe pulk fiktion, mit der sie seither sehr erfolgreich neue Akzente in der Szene setzt und auf nationalen und internationalen Festivals tourt. Die Produktionen wurden zahlreich prämiert. 2017 wurde Sie mit dem FAUST Preis in der Kategorie “Beste Regie Kinder- und Jugendtheater” ausgezeichnet. Sie inszenierte an Häusern wie Schauspielhaus Bochum, Schauspielhaus Düsseldorf, Nationaltheater Mannheim, Theater Bremen, Staatstheater Karlsruhe, Stadttheater Ingolstadt, JungesEnsemble Stuttgart, Staatstheater Braunschweig oder dem GRIPS Theater Berlin.

Workshop 6ZuschauRaum“ mir Michael Morche

Meist, wenn wir ins Theater gehen, sitzen wir als Zuschaunde der Bühne gegenüber, die von unserem Zuschauerraum getrennt scheint: durch eine Erhöhung, ein Portal oder schlicht eine Lücke. Was wenn wir diese Trennung überwinden? Welche Möglichkeiten ergeben sich dadurch? Welche Rolle(n) nehme ich als Zuschauend_e dann ein? In diesem Workshop forschen wir zu verschiedenen Spielende-Zu-schauende-Raum-Konstellationen und erleben, was das mit uns Spielenden und Zuschauenden machen kann.

Michael Morche- Schauspieler, Regisseur und Theaterpädagoge

studierte von 2000-2004 an der HfS Ernst Busch Berlin Schauspiel und war danach Ensemblemitglied des Thalia Theaters Halle. Seit 2008 arbeitet er freiberuflich als Schauspieler, Regisseur, Schauspieldozent und Theaterpädagoge. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt im Theater mit und für Jugendliche. Außerhalb von Halle arbeitet er unter anderem am Theater Oberhausen, am Puppentheater Magdeburg, an der HfS Ernst Busch Berlin und der Schauspielschule Berlin Charlottenburg. Bei spielmitte e.V. in Halle übernimmt er die künstlerische und organisatorische Gesamtverantwortung. Seit 2005 leitet er die Theatergruppe Die Mimosen.

Workshop 7 GENDER / SPACE / BODY (Körper.Raum.Geschlecht.) mit Svenja Wolff

„Geschlecht ist nicht etwas, das wir haben, schon gar nicht etwas, das wir sind. Geschlecht ist etwas, das wir tun.“ Gitta Mühlen-Achs

Frei nach dieser Feststellung stürzen wir uns in die Gender-Performance: Wir nehmen die uns angewöhnten männlichen und weiblichen Verhaltensweisen auseinander, erproben, wie es wäre, nur noch breitbeinig zu sitzen, oder wenn alle im Kleid zur Schule kämen. Welchen Raum nimmt mein Körper ein? Was erzählen Kleidung, Körperhaltung, Stimme? Und was ist, wenn wir eigentlich gar keine Lust haben, dem einen oder anderen Bild gerecht zu werden? Oder wenn mein Körper und meine Identität davon abweicht, was mein Umfeld erwartet?

Im Workshop wollen wir unsere unterschiedlichen Vorstellungen von Geschlecht theatral ins Spiel bringen: Was handeln wir uns ein, wenn wir ins Theater gehen, ins Kino oder in den Supermarkt? Wie können wir analysieren, welche Geschlechterrollen uns im Alltag begegnen? In welcher Form können wir sie auf der Bühne verhandeln?

Svenja Wolff,- Theatermacherin, Performerin und Mitglied der Frl. Wunder AG
studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim. Ihr Interesse gilt den Schnittstellen von performativem Theater, bildender Kunst und politischem Engagement. Als Mitglied des Performance-Kollektivs Frl. Wunder AG erprobt sie künstlerische Strategien der Intervention in öffentlichen Räumen oder sucht mit dem Publikum nach den Funken utopischen Denkens, die den Alltag verändern. Als Schauspielerin, Bühnenbildnerin und Regisseurin arbeitete sie 10 Jahre im Kinder- und Jugendtheater THEATER KORMORAN. Heute leitet sie zahlreiche Workshops und Projekte mit Kindern und Jugendlichen.

Workshop 8Raus aus dem Haus- Eine Bühne gibt es überall“ mit Carolin Gerlach

Ein Tutorial wie man öffentliche Plätze zur Bühne erklärt.Kein Vorhang, keine Scheinwerfer, keine Bretter, die die Welt bedeuten.Ein Auftritt funktioniert auch ohne Zuschauertribüne und ohne vierte Wand.

Wir laufen durch die Nachbarschaft und halten Ausschau nach neuen Orten, die wir zur Bühne erklären. Ein Spielplatz, eine Straßenkreuzung, ein Mülleimer, eine Baumkrone – Der öffentliche Raum bietet zahlreiche und vielseitige Orte, die ebenso als Kulisse wie auch als Ideengeber für unser Zusammenspiel und unsere Themen dienen können.

Woran erkennst du eine Bühne? Wie können wir den öffentlichen Raum zu einem Auftrittsort werden lassen? Was ist hier möglich, das auf Theaterbühnen nicht wirken kann? Welche Geschichten, Requisiten und Akteure bringt der öffentliche Raum mit? Wie entwicklen wir Aktionen, die genau auf diesen Ort zugeschnitten sind?

In diesem Workshop probieren wir ästhetische Mittel und Methoden aus, wie wir selbst ohne großen Aufwand eine Bühne erschaffen können. Wir wollen neue Spielorte auftun und herausfinden, was nur hier entstehen kann. Mach dich bereit auf eine Probe an der frischen Luft!

Carolin Gerlach - Kulturwissenschaftlerin und Publikumsdramaturgin

wurde 1987 in Magdeburg geboren und war dort ab 2002 am Aufbau des Jugendclubs am Theater Magdeburg beteiligt. Hier wirkte sie an über 20 Produktionen als Spielerin, Maskenbildnerin und Regisseurin mit und leitete den Zuschauer-Club „Die Theatergänger“. Während ihres Studiums der Szenischen Künste in Hildesheim gründete sie das Nachgesprächsfestival „State of the Art“ und erfand als Publikumsdramaturgin bis heute neue Gesprächsformate für Festivals. Seit 2015 lebt und wirkt sie in Dresden, u.a. als Theaterpädagogin am Theater junge generation, als Produktionsleitung beim Tanzkongress 2019 in Zusammenarbeit mit HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste sowie als Leitung des Rahmenprogramms beim Sächsischen Schültertheatertreffen 2019.

Workshop 9 „Piffpaffpuff - Spezialeffekte im Schultheater“ mit Jan Martensen

Einer der immer noch recht stiefmütterlichen Bereiche im Darstellenden Spiel ist der der Spezialeffekte, oft bleibt dem Produktionsteam auch einfach nicht genügend Zeit, sich "auch noch darum" zu kümmern.

Dieser Workshop möchte Werkzeuge an die Hand geben, die es ermöglichen, aus "WENIG" ziemlich "VIEL" zu machen. Der Workshop ist sehr praxisorientiert und bietet einen breiten Einblick in das Thema. Es bleibt außerdem auch Raum, Probleme in aktuellen Projekten zu besprechen.

Bitte mitbringen: wenn vorhanden, gerne Zaubertricks oder Ideen, die in ein Stück integriert werden sollen.

Jan Martensen- Lehrer, Zauberkünstler und Kabarettregisseur

Jahrgang 1980, ist Zauberkünstler und Kabarettregisseur, Leiter des Kinderzauberclubs De Twiel, Gründungsmitglied des Grusellabyrinths NRW und im echten Leben Lehrer für Deutsch, Geschichte und Theater. Seine DS-Schwerpunkte sind Komik und Stücke für große Gruppen.

Workshop 10SoundRaum“ mit Erwin und Benjamin Stache

Gemeinsam erzeugen wir Klänge und Geräusche, bauen Tonabnehmer und nehmen so unsere Umgebung mit einer "akustischen Lupen" wahr. Mit kleinen Mikrofonen und Effektgeräten lassen sich interessante Sounds gestalten. Szenisch ist dann jede Handlung ein akustisches Ereignis: Ein Stuhl, ein Buch, ein Tisch, die eigene Stimme, alles wird zu Klang. Wir entdecken hierbei Klänge zu komponieren, versuchen die Technik dahinter zu verstehen und setzen, mithilfe bestimmter Sensoren Bewegung direkt in Musik um.

Erwin Stache - Musiker, Komponist und Klangkünstler

ist Komponist, Klangkünstler, Objektebauer und Erfinder. Er studierte vorerst Mathematik und Physik und erhielt hernach eine Ausbildung im Fach Klavier und Orgel. Seit 1983 ist er freiberuflich als Musiker, Klangkünstler, Komponist und Objektebauer tätig und entwickelt eigene elektronische Instrumente. Vorerst spielte er in verschiedenen Rock-, Blues- sowie Jazzformationen. Durch persönliche Kontakte eröffnete sich die Welt der Neuen Musik mit unterschiedlichsten Aufgabenstellungen bei Installationen und Festivalmitwirkung.. Seine jetzige Tätigkeit umfasst neben Performances, Ausstellungen, Workshops und Regiearbeit auch den Bau und die Programmierung interaktiver Installationen für Museen und öffentliche Räume.



Workshop 11Nimm dir den Raum, der dir zusteht!“ mit Simon Niemann

Jede Demokratie braucht eine Bühne. Sie braucht Räume, um erprobt und gestaltet zu werden. In diesem Workshop wollen wir uns auf die Suche nach Räumen begeben, in denen wir Demokratie selber gestaltet können, in denen wir gehört und gesehen werden und in denen wir tun können, was wir für richtig halten. In Zeiten von Fridays for Future und Schülerinnen- und Schülerparlamenten scheint der Wunsch nach politischer Mitbestimmung groß zu sein – Theater kann uns dabei helfen!

Wie passen Theater und Politik zusammen? Ist Schule ein demokratischer Ort? Was wünsche ich mir für die Zukunft? Mit viel Spielfreude und Kreativität, wollen wir uns einen Tag lang mit diesen Fragen beschäftigen und gemeinsam Antworten finden.

Simon Niemann - Regisseur, Theaterpädagoge und Kulturwissenschaftler

schloss 2010 seine Ausbildung zum Theaterpädagogen an der Theaterwerkstatt Heidelberg ab und studierte anschließend Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis (B.A.) und Inszenierung der Künste und der Medien (M.A.) an der Universität Hildesheim. Neben eigenen freien Regie- und Performanceprojekten, ist er Teil des Theaterkollektivs Fort Nox. Seit 2010 arbeitet er als freier Theaterpädagoge und leitet verschiedene Workshops, Seminare und Fortbildungen. Neben freien Projekten mit dem Türkisch-Deutschen Theater, war er später beschäftigt am Theater für Niedersachsen und Theater Osnabrück. Seit Sommer 2019 promoviert Simon Niemann an der Universität Hildesheim im Bereich „Vermittlung von Performance Art als Ästhetische Praxis“ und arbeitet nebenbei weiter als freier Theaterpädagoge.

Workshop 12 RaumErfahrung über Akrobatik/Partnerakrobatik“ mit Oskar Schenck und Lennart Velten Helm

Im Workshop erarbeiten wir die Grundlagen der Akrobatik auf der Basis der "7 Tiere" der IN.ZIRQUE-Akrobatik. Dieses Modell bietet viele Möglichkeiten zur eigenen Anpassung von akrobatischen Bewegungen.

Die Teilnehmer*innen können damit für Bewegungs-Herausforderungen angemessene Haltungen in kleiner und großer körperlicher Entfaltung entwickeln. Sie erarbeiten sich damit unterschiedliche Bewegungs-Qualitäten und Bewegungs-Dynamiken. Die Bewegungs-Sprache der „7 Tiere“ ist dabei auf eine Fülle von Partner-Übungen und Gruppen-Choreographien ausgerichtet.

Lennart Velten Helm - Zirkuspädagoge und Artist und Oskar Schenck - in Ausbildung zum Schulhelfer und Zirkustrainer
leiten gemeinsam einen Workshop zur Einführung in die Akrobatik nach der IN.ZIRQUE-Didaktik des Berliner Zentrums für bewegte Kunst. IN.ZIRQUE ist ein ganzheitliches Bewegungskonzept, das allen Menschen entlang des "universal designs" (im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention) eine Möglichkeit gibt, ihre Selbstwirksamkeit zu erfahren.Mit unserem Workshop vermitteln wir euch einen praktischen Einblick in eine inklusive Kultur der Akrobatik und Partnerakrobatik. Die Teilnahme ist für alle Menschen (auch ohne Vorerfahrung) offen.

Workshop 13 „Onlinetheater - Theater auf Digitalen Bühnen" mit Caspar Weimann und Sean Keller

Theater findet längst nicht mehr nur in schwarzen, abgeschotteten Kästen statt. Es gibt Straßentheater und Forumtheater, Klassenzimmerstücke und Autoinszenierungen, Theater in Museen, in Kirchen und in Discos – das Theater hat sich über die Jahre mehr und mehr geöffnet, verschiedenste Spielräume der analogen Welt eingenommen. Nur das Internet, inzwischen auch über 25 Jahre „alt“, fristet nach vor ein trauriges Schattendasein. Das zu verändern haben wir uns zur Aufgabe gesetzt. Wir nutzen Social Media-Plattformen, Livestreamingkanäle und diverse Apps als Bühnen, auf denen wir unsere Stücke zeigen. Wir, das sind Caspar und Sean, Teil des weltweit ersten Theaters im und für den digitalen Raum:onlinetheater.live. In unserem Workshop laden wir euch dazu ein, gemeinsam mit uns das theatrale Potenzial von Instagram und Youtube, die dramatische Reichhaltigkeit von Twitter und Snapchat, die gesellschaftliche Relevanz von Tiktok und Fortnite zu erforschen. Was soll Theater in unserer digitaliserten Welt und wie kann es aussehen? Das wollen wir zusammen mit euch erforschen und ausprobieren!

Sean Keller - Bühnenbilder und Videokünstler

geboren 1992 in Kempten/Allgäu, studierte an der Akademie der bildenden Künste Nürnberg sowie an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Nach zahlreichen Assistenzen ist er seit 2013 als Bühnenbilder und Videokünstler tätig. Dazu entstanden immer wieder Szenenbilder für Kurzfilme, Musikvideos und Werbung. Er war Teilnehmer der Schreibwerkstatt am Hamburger Schauspielhaus und ist Gründungsmitglied von onlinetheater.live. Zuletzt erhielt er das Hans-Gratzer-Stipendium für sein Stück „Sommer“, das im Februar 2019 am Schauspielhaus Wien zur Uraufführung kam.


Caspar Weimann - Schauspieler
geboren 1993 in Magdeburg, war schon in seiner Jugend als Regisseur, Schauspieler und Autor aktiv, studierte an der Hochschule für Musik und Theater Rostock Schauspiel, ist Gründungsmitglied des freien Produktionshaus "Schauwerk Rostock", des Spoken Jazz Ensembles "Bakkhos Puns" und Initiator zahlreicher theaterpädagogischer Projekte. Nach seinem Studium tritt er seine Lehrtätigkeiten an der Hochschule für Musik und Theater Rostock und der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg an und arbeitet als Schauspiel- und Bewegungsdozent. Parallel ist er Schauspielcoach bei der Bühne für Menschenrechte und im freien Theater Tempus fugit. Er ist zudem Initiator und Gründungsmitglied vom "onlinetheater.live".

Workshop 14Pixel on Stage“

Der Workshop „Pixel on Stage“ setzt sich mit der medialen Bearbeitung von Raum auseinander. Anhand von Beispielen aus dem Theater- und Tanzkontext lernen die Teilnehmer*innen die Möglichkeiten im Umgang mit linearen und interaktiven Raumprojektionen kennen. Es werden wichtige Aspekte der technischen Realisierung von Videoprojektionen besprochen und praktisch angewandt. In kleinen Übungen werden die Aufnahme und Live-Übertragung von Videomaterial, sowie wesentliche Grundlagen des Video-Editing und der Projektion mit Hilfe des Video-Mappings vermittelt. Ziel ist es, für eigene Projekte den im Umgang mit der medialen Bearbeitung von Raum zu entdecken und zum Einsatz bringen zu können.

Leitung: Ray Peter Maletzk

Ray Peter Maletzki - Filmproduzent und Künstler

ist geschäftsführender Gesellschafter der Rosenpictures Filmproduktion GbR, B.A.-Designer und Produzent von Dokumentarfilmen und künstlerischen Formaten. Er entwickelt Filmprojekte als creative producer, arbeitet als script-consulter und ist zudem seit 2013 künstlerischer Mitarbeiter für audiovisuelle Medien im Fachgebiet Zeitbasierte Künste an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und Mitorganisator des Camp-Festivals für Künstlerischen Film und Performance. Sein Fokus liegt auf der Entwicklung von Filmen mit künstlerisch anspruchsvollen und politisch relevanten Dimensionen.

Workshop 15 „Körper Zeit Raum – Das Handlungsdreieck in der Performance Art“ mit Helge Meyer

Im Workshop „Körper Zeit Raum – Das Handlungsdreieck in der Performance Art“ von Dr. Helge Meyer lernen die Teilnehmer die komplexen Ausdrucksweisen der Performance Art kennen. Nach einer kurzen, bildreichen Einführung mit Beispielen aus der Geschichte der Performance und der künstlerischen Arbeit des Workshopleiters, erproben die Teilnehmer in praktischen Übungen eigene Ideen. Besonderes Augenmerk wird auf die zentralen Elemente Raum, Körper und Zeit gelegt.

Helge Meyer - Performancekünstler, Lehrer und Donzent
ist Lehrbeauftragter im Institut Bildende Kunst und Kunstwissenschaft der Universität Hildesheim, Kunstlehrer am Gymnasium und arbeitet international alsPerformancekünstler. Er veröffentlicht regelmäßig Texte zum Thema Performance Art (z.B. für „Inter Art Actuel“ in Quebec City) und gehört zum Lehrpersonal und dem International Advisory Board der Theater Akademie in Helsinki.

Workshop 16 Wirkung des Raumes in Szene und Tanz“ mit SIlke Neumann

In unserem Workshop begeben wir uns auf eine Reise in die Wirkung des Raumes. Wie fühlt sich der Raum für uns als Spieler*in oder Tänzer*in auf der Bühne an? Ist die Wirkung auf die Zuschauer eigentlich vergleichbar?

Gibt es Regeln, für mich als Darsteller*in oder als Gestalter*in eines Tanzes, um damit eine gute Wirkung zu erzielen?

Im Anschluss erweitern wir den Blick in diese Welt und richten unseren Fokus auf die Gruppe und deren „Formation“ auf der Bühne.

Wie können wir mehrere Darsteller*innen gut in Szene setzen? Warum sind manche Wege spannender als andere und wie komme ich eigentlich auf gute Ideen für Choreografien?

((Wenn darüber hinaus Wünsche von euch als Teilnehmer*innen bestehen, die auf das Interesse der weiteren Teilnehmer stoßen, können eure Themen ergänzend Teil des Workshops werden.))

Silke, Neumann - Diplomtanzpädagogin und Choreografin

absolvierte ihr Studium Diplomtanzpädagogik an der Hochschule für Musik und Theater F.M.Bartholdy in Leipzig und der Palucca Schule Dresden. Sie unterrichtet u.a. an der Theaterakademie Sachsen und hat ihre eigene Tanzschule „Tanzrausch – Schule für künstlerischen Tanz & Musicalschule“ in Halle. Silke Neumann choreografierte für Musik- und Tanztheaterstücke, die bspw. im Lofft Leipzig, Theater der Jungen Welt Leipzig, Centraltheater Leipzig, Neuen Theater Halle oder Steintor-Varieté Halle zu sehen waren. Ihr aktuellstes Stück das site-specific dance theatre „Struktur&Ausbruch(?)“ zum Bauhaus-Jubiläum beschäftigt sich mit der Wirkung des Raumes.

Workshop 17 Das unmögliche Theater“ mit Benedikt Grubel

Stell dir ein Theaterstück vor, das unmöglich zu realisieren ist. Vielleicht spielen Millionen von Figuren mit, mehrere Revolutionen fegen über die Bühne, Dinosaurier spazieren zur Tür herein und eine extraterrestrische Zivilisation besetzt zwischenzeitlich den Zuschauer_innenraum. Vielleicht ist das Bühnenbild aus Pfannkuchen gebacken, bis ein Scheinwerfer explodiert und ein Ozean die Bühne flutet. Vielleicht dauert die Aufführung nur den Bruchteil einer Sekunde, vielleicht aber auch 3,8 Milliarden Jahre.

Ausgehend vom leeren Bühnenraum entwickeln wir in diesem Workshop Texte, die allein durch die Macht der Sprache das Theater als Ort überschreiben und doch immer wieder zu ihm zurückkehren. Das Theater wird zum Sprach- und Erzählraum, in dem alles möglich wird – selbst, wenn niemand gekommen ist, um zuzuschauen und die Bühne bis zum Schluss leer bleibt.

Benedikt Grubel - Regisseur, Performer und Videokünstler

studierte Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie Theaterregie an der Falmouth University (GB). Von 2015 bis 2017 war er Künstlerischer Leiter der Spielstätte Werkraum am Theater Freiburg. Seine Arbeiten waren u.a. an der Württembergischen Landesbühne Esslingen, dem Theater an der Parkaue Berlin, den Hessischen Theatertagen, den Mülheimer „KinderStücken“, den Baden- Württembergischen Theatertagen oder dem Festival „Schöne Aussicht“ in Stuttgart zu sehen.

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Workshopbeschreibungen und Übersicht